Ein Startup erprobt in Afrika die Zustellung von Arzneimitteln per Drohne

Zipline bringt in Afrika Blutkonserven und Impfstoffe mit neuen Drohnen so schnell wie noch nie in entlegene Gebiete. Der Dienst soll in diesem Jahr auch in den USA starten.

Das US-Startup Zipline fliegt in Rwanda Blutkonserven und Medikamente per Drohnen an zahlreiche Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen aus, die von der schnellen Anlieferung profitieren. Nun hat die Robotik-Firma aus dem Silicon Valley, die unter anderem von ehemaligen SpaceX- und Google-Mitarbeitern gegründet wurde, die Lieferdauer noch weiter reduzieren können.

Eine neue Generation von Zipline-Drohnen erreicht eine Top-Geschwindigkeit von 128 km/h, die Reisegeschwindigkeit liegt bei rund 100 km/h. Damit sind die unbemannten Lieferdrohnen etwa 20 km/h schneller als bisher.

Schneller fliegen, mehr transportieren
Auch können pro Flug mehr Medikamente transportiert werden, und die neuen Drohnen kommen bis zu 160 Kilometer weit. Laut Zipline fliegen die Lieferdrohnen viermal schneller als ein durchschnittlicher Quadkopter und können ein 200-mal grösseres Gebiet abdecken.

Ausserdem hat Zipline den Bestell- und Startvorgang beschleunigt: Geht eine Bestellung ein, soll eine Drohne künftig nach nur einer Minute statt bisher zehn Minuten mit den notwendigen Arzneimitteln in der Luft sein.

In nur einer Minute in der Luft
Die Drohnen werden an der Basisstation im Osten von Rwanda mit ihrer Ladung in die Luft katapultiert. Am Ziel wird die Lieferung abgeworfen und landet per Papier-Fallschirm. Die Ärzte werden per Textnachricht informiert.

Krankenstationen geben ihre Bestellung über Text-Messages oder die Website von Zipline auf. Die Zustellgebühr für den Drohnenflug übernimmt das Gesundheitsministerium des Landes. Ausgeliefert wird unabhängig von der Witterung. Pro Tag können bis zu 500 Flüge durchgeführt werden.

Start in den USA geplant
In Rwanda soll in Kürze ein zweites Distributionszentrum eröffnet werden, um Gebiete im ganzen Land abzudecken. Nach Angaben von Zipline soll der Drohnen-Dienst noch in diesem Jahr auch in den USA angeboten werden.

In Ostafrika ist das Drohnen-System für medizinische Produkte auch für das an Rwanda angrenzende Tansania geplant. Die schnelle Lieferung insbesondere von Blutprodukten wird u. a. benötigt, um die Müttersterblichkeit zu senken und Malaria-Patienten zu helfen. Auch sollen Impfstoffe, HIV-Medikamente oder etwa Antibiotika ausgeliefert werden.

  • Siegle, Jochen. (4.4.2018). Ein Startup erprobt in Afrika die Zustellung von Arzneimitteln per Drohne. NZZ. Abgerufen von https://www.nzz.ch/digital/ein-start-up-erprobt-in-afrika-die-zustellung-von-arzneimitteln-per-drohne-ld.1374280

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